Indikativ Präsens: Mitten in einer Unterrichtsstunde mit seinem Schüler aus Sydney befällt den Globetrotter eine solche Sehnsucht nach Berlin, dass er fast das Verb vergisst, das er gerade erklären wollte.
Indikativ Perfekt: Auf dem Rückflug von Rio nach Europa hat den Berliner Coach eine tiefe Melancholie befallen, weil der Karneval schon wieder vorbei war.
Indikativ Präteritum: Als Tim eines Abends allein auf Bali vor seinem Laptop saß und Berlin Calling schaute, befiel ihn ein Heimweh, das selbst ein Eiskaffee mit Hafermilch nicht lindern konnte.
Indikativ Plusquamperfekt: Noch bevor Lara ihn nach dem ersten Treffen sitzen ließ, hatte den Postkartensammler schon eine leise Ahnung befallen, dass irgendetwas an dem Abend nicht stimmte.
Indikativ Futur 1: Sobald der erste graue Berliner Novemberhimmel über dem Brandenbutt Hotel erscheint, wird Bettys Urenkel wieder dieselbe winterliche Schwermut befallen wie jedes Jahr.
Indikativ Futur 2: Bis der Deutschtrainer endlich nach Seattle umgezogen ist, wird ihn die Wanderlust mindestens ein Dutzend weiterer Male befallen haben.
Konjunktiv I Präsens: Anna erzählt Bettys alten Hotelgästen, ihren Sohn befalle gelegentlich eine echte Reisephobie — nicht Angst vorm Fliegen, sondern Angst davor, irgendwann aufzuhören.
Konjunktiv I Perfekt: Ein Schüler aus Buenos Aires berichtet im Kurs, ihn habe nach Tims Beschreibung der Ostsee im Herbst sofort das Fernweh befallen — und er habe noch am selben Abend Flüge gesucht.
Konjunktiv I Futur 1: Betty sagt im Flur des Brandenbutt Hotels, die Reiselust werde ihren Urenkel noch befallen, solange er atme, und das sei auch gut so.
Konjunktiv I Futur 2: Eine Journalistin, die Tim für einen Reisepodcast interviewt, schreibt, das Fernweh werde den Influencer wohl sein ganzes Leben befallen haben, bevor er je einen festen Wohnsitz wähle.
Konjunktiv II Präteritum: Wäre Lara nicht spurlos nach Tibet verschwunden, würde den Globetrotter dieser seltsame Gedanke an sie kaum noch so unvermittelt befallen.
Konjunktiv II Plusquamperfekt: Hätte Tim den Schwarzwald im tiefsten Winter erlebt, hätte ihn dort eine Einsamkeit befallen, die er nur von seinen dunkelsten Nächten in Basel kannte.
Konjunktiv II Futur 1: Ohne die langen Surfsessions und den Matcha Latte am Morgen würde den Deutschcoach jedes Mal, wenn er an Laras Schweigen denkt, eine lähmende Niedergeschlagenheit befallen.
Konjunktiv II Futur 2: Wäre Annas Sohn in Basel geblieben statt in die Welt hinauszuziehen, würde ihn die Enge dieser aufgeräumten Stadt bis heute regelmäßig befallen haben — jede ordentliche Straße ein kleiner Stich.
Imperativ Präsens: »Lasst euch vom Fernweh befallen, solange ihr jung seid«, sagt Tim am Ende einer Gruppenstunde zu seinen Schülern aus Toronto und Seoul, bevor er den Laptop klappt.
Partizip Perfekt: Von einer unverhofften Melancholie mitten in Goa befallen, öffnete der Nachtschwärmer spät nachts seinen Laptop und schrieb Betty eine lange, unbeholfene E-Mail.
Partizip Präsens: Den Deutschtrainer befällt beim Rilke-Lesen auf der Dachterrasse in Kapstadt ein stilles Staunen — ihn befallend wie ein langsam auflösendes Gewitter, das er eigentlich schon lange erwartet hatte.
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