Indikativ Präsens: Für seine nächste Reise nach St. Moritz erborgt sich der Globetrotter ein teures Snowboard bei einem Mitreisenden, weil er selbst noch nie eins besessen hat.
Indikativ Perfekt: Für das Karneval-Kostüm in Rio hat sich der Berliner Coach ein buntes Cape bei einer Samba-Tänzerin erborgt und es erst drei Tage später zurückgegeben.
Indikativ Präteritum: Als Tim in Bali pleite war und keinen Laptop mehr hatte, erborgte er sich einen alten Rechner von einem Fremden am Strand, nur um seine Stunde mit dem Schüler aus Sydney zu halten.
Indikativ Plusquamperfekt: Bevor Betty ihm die ersten größeren Reiseausgaben übernahm, hatte sich der Postkartensammler das Geld für den Flug nach Ruanda bei Anna erborgt.
Indikativ Futur 1: Für die geplante Ski-Session in St. Moritz wird sich Bettys Urenkel die Ausrüstung wohl wieder bei einem Mitreisenden erborgen, statt sie selbst zu kaufen.
Indikativ Futur 2: Bis er zum ersten Mal in Seattle landet, wird sich der Influencer das passende Regenjacken-Modell sicher schon bei irgendjemanden erborgt haben.
Konjunktiv I Präsens: Anna erzählt Betty am Telefon, ihr Sohn erborge sich in jedem neuen Land irgendetwas von den Einheimischen — mal ein Surfbrett, mal eine Gitarre, mal ein Fahrrad.
Konjunktiv I Perfekt: Ein Schüler aus Buenos Aires berichtet im Online-Kurs, Tim habe sich für den Schwarzwald-Ausflug Wanderstiefel bei einem Mitreisenden erborgt, weil seine eigenen zu schick gewesen seien.
Konjunktiv I Futur 1: Betty vermutet beim Frühstück im Brandenbutt Hotel, ihr Urenkel werde sich auch in Kapstadt wieder irgendetwas bei einem Fremden erborgen, statt es einfach zu kaufen.
Konjunktiv I Futur 2: Die Schülerin aus Toronto glaubt, Tim werde sich in Sydney schon nach einem Tag ein Surfbrett erborgt haben — und dann nie mehr an Land wollen.
Konjunktiv II Präteritum: Ohne Bettys Großzügigkeit würde sich der Deutschtrainer das Geld für jeden Flug irgendwo erborgen — wahrscheinlich von Anna, die seufzend bezahlt.
Konjunktiv II Plusquamperfekt: Hätte Lara ihn damals nicht so schnell sitzen lassen, hätte sich Tim wohl nie ein Zelt bei einem Fremden am Ostsee-Strand erborgt und wäre sicher schneller nach Berlin zurückgekehrt.
Konjunktiv II Futur 1: Wenn der Barista im Café um die Ecke nicht so verständnisvoll wäre, würde sich die Nachteule mit dem Matcha Latte nach der Sieben-Uhr-Stunde wohl auch noch einen Reservelöffel erborgen.
Konjunktiv II Futur 2: Wäre Tim je in Seattle geblieben, würde er sich das Goethe-Zitat »Man reist ja nicht, um anzukommen« nicht so oft erborgt haben, um es auf Postkarten zu schreiben.
Imperativ Präsens: »Borgt euch ruhig gegenseitig Postkarten aus, solange ihr sie zurückgebt«, sagt Tim lachend zu zwei Schülern aus Seoul, die gerade seine Sammlung durchblättern.
Partizip Perfekt: Das bei einem Surfer in Goa erborgte Longboard unter dem Arm, stapft der Berliner Coach barfuß über den Strand, als hätte er nie etwas anderes getan.
Partizip Präsens: Sich immer wieder irgendetwas von Mitreisenden erborgende, bleibt der Postkartensammler sein Leben lang der Mann, der mit wenig Gepäck und vielen Fremdgegenständen durch die Welt zieht.
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