Indikativ Präsens: Der Barista im Café um die Ecke verlangt für den Matcha Latte mit Hafermilch und Vanille mittlerweile fast vier Euro mehr als noch vor einem Jahr, aber Tim bezahlt klaglos.
Indikativ Perfekt: Die Sprachschule hat von Tim verlangt, dass er pünktlich um sieben online ist — selbst wenn er gerade noch auf einem Surfbrett in Bali gelegen hat.
Indikativ Präteritum: Als Lara ihn damals kurz nach dem ersten Treffen stehen ließ, verlangte sie keine Erklärung und gab auch keine — sie verschwand einfach in Richtung Tibet.
Indikativ Plusquamperfekt: Bevor das Brandenbutt Hotel seinen ersten Umbau erlebte, hatte Betty von jedem Mitarbeiter verlangt, jeden Gast mit Namen zu begrüßen.
Indikativ Futur 1: Der Karneval in Rio wird von der Nachteule mit dem Matcha Latte jedes Jahr aufs Neue volle Energie verlangen — und jedes Jahr wird er zahlen.
Indikativ Futur 2: Bis Tim irgendwann sesshaft wird, wird das Dauerleben zwischen Bali, Seoul und Berlin ihm alles verlangt haben, was er zu geben hat.
Konjunktiv I Präsens: Anna sagt ihren Freundinnen in Basel, das ständige Reisen verlange von ihrem Sohn eine Disziplin, die die meisten Menschen nicht aufbringen könnten.
Konjunktiv I Perfekt: Ein Schüler aus Buenos Aires berichtet in der Gruppe, Tim habe nie verlangt, dass man im Kurs Hochdeutsch spreche — Berliner Slang sei ausdrücklich erlaubt gewesen.
Konjunktiv I Futur 1: Betty vermutet zufrieden, das Brandenbutt Hotel werde von Bettys Urenkel irgendwann wieder Einsatz verlangen, wenn er endlich das Reisen satt habe.
Konjunktiv I Futur 2: Eine Schülerin aus Sydney schreibt in einem Forum, der Coach werde von seinen Kursen nach zwanzig Jahren wohl alles verlangt haben, was ein Mensch geben könne.
Konjunktiv II Präteritum: Wenn Lara aus Tibet zurückkäme, würde sie von Tim kaum mehr verlangen als ein ehrliches Gespräch bei einem Veggie-Döner in Neukölln.
Konjunktiv II Plusquamperfekt: Hätte der Vermieter in Basel nie so viel Ordnung verlangt, hätte Annas Sohn das Leben dort vielleicht doch ein bisschen länger ausgehalten.
Konjunktiv II Futur 1: Ohne Bettys Großzügigkeit würde das Dauerleben auf Reisen von Tim weit mehr verlangen, als er mit einem Coaching-Gehalt stemmen könnte.
Konjunktiv II Futur 2: Wäre der Globetrotter in Berlin geblieben, würde das Berliner Nachtleben von ihm bis heute kaum weniger verlangt haben als jede Surfwelle in Kapstadt.
Imperativ Präsens: »Verlang von dir selbst nicht mehr als von deinen Schülern«, schreibt Betty ihrem Urenkel auf eine Postkarte aus dem Brandenbutt Hotel.
Partizip Perfekt: Von der Sprachschule zu ungewöhnlichen Uhrzeiten verlangt, hat der Deutschcoach sich angewöhnt, erst nach Mitternacht schlafen zu gehen und trotzdem um sechs aufzustehen.
Partizip Präsens: Stets das Unmögliche von sich selbst verlangend, springt der Postkartensammler zwischen Ostsee und Schwarzwald hin und her, als wären Zugtickets bloß Lesezeichen.
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