Indikativ Präsens: Zwischen Seoul und Kapstadt lässt der Globetrotter kaum jemanden nah genug heran, um sich wirklich einzulassen — außer vielleicht Betty, die immer schon eine Ausnahme war.
Indikativ Perfekt: Beim Karneval in Rio hat Tim ausnahmsweise auch das Chaos auf der kleinen Bühne direkt neben ihm zugelassen, ohne einmal ans Mikrofon zu greifen.
Indikativ Präteritum: Als Anna den Umzug nach Basel plante, ließ der junge Tim keine Einwände zu — er packte seine Sachen, schwieg und sammelte von da an Postkarten.
Indikativ Plusquamperfekt: Bevor Lara ihn nach dem ersten Treffen stehen ließ, hatte Tim nicht zugelassen, dass irgendjemand seine Reisepläne durcheinanderbrachte — bei ihr hatte er es fast riskiert.
Indikativ Futur 1: Die Sprachschule, auf der er coacht, wird künftig keine technischen Störungen während der Sydney-Stunde mehr zulassen, nachdem Tim live eingeschlafen ist.
Indikativ Futur 2: Bis Betty das Brandenbutt Hotel irgendwann schließt, wird sie wohl jede Eigenheit ihres Urenkels großzügig zugelassen haben — und das mit einem Lächeln.
Konjunktiv I Präsens: Anna sagt ihren Freundinnen in Basel, ihr Sohn lasse keine festen Strukturen in seinem Leben zu, solange er eine Postkarte aus einer neuen Stadt in der Hand halte.
Konjunktiv I Perfekt: Ein Schüler aus Buenos Aires berichtet im Kurs, Tim habe beim letzten Gespräch über Berliner Dialekt keine einzige Unterbrechung zugelassen, dabei habe er selbst kaum ein Wort verstanden.
Konjunktiv I Futur 1: Betty erklärt dem Hotelpersonal im Brandenbutt, ihr Urenkel werde in Seoul keine Langeweile mehr zulassen und stattdessen einen zweiten Online-Kurs eröffnen.
Konjunktiv I Futur 2: Ein Mitreisender im Schwarzwald meint, der Postkartensammler werde nach zwanzig Reisejahren wohl jede Art von Verspätung klaglos zugelassen haben — solange das Café an der Ecke noch offen sei.
Konjunktiv II Präteritum: Wenn der Berliner Coach weniger stolz wäre, ließe er vielleicht zu, dass ein Schüler aus Tokio ihm erklärt, wie man pünktlich aufsteht.
Konjunktiv II Plusquamperfekt: Hätte Lara damals zugelassen, dass Tim sie nach Tibet begleitet, wäre aus dem ersten Treffen vielleicht doch noch eine zweite Chance geworden.
Konjunktiv II Futur 1: Ohne Bettys Großzügigkeit würde der Influencer wohl keine spontanen Umwege über Ruanda und Goa mehr zulassen und müsste endlich einen festen Wohnsitz anmelden.
Konjunktiv II Futur 2: Wäre Anna in Berlin geblieben statt nach Basel zu ziehen, würde Tim heute wahrscheinlich mehr Nähe in seinem Leben zugelassen haben — zumindest behauptet er das gelegentlich beim Matcha Latte.
Imperativ Präsens: »Lass auch mal Stille zu«, schreibt Betty ihrem Urenkel auf einer Postkarte aus Berlin, während er irgendwo zwischen Bali und Sydney wieder Elektro auf voller Lautstärke hört.
Partizip Perfekt: Vom Barista an der Ecke seit Jahren ohne Kommentar zugelassen, bestellt die Nachteule mit dem Matcha Latte ihren Proteinshake jeden Morgen zehn Minuten vor Ladenschluss.
Partizip Präsens: Keine Ablenkung durch schlechtes Wetter zulassend, surft der Vegetarier aus Neukölln selbst bei Regen auf dem Atlantik und verweist auf Goethes Satz, man reise ja nicht, um anzukommen.
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