Indikativ Präsens: Betty bemündelt ihren Urenkel noch immer wie einen kleinen Jungen, obwohl der Globetrotter inzwischen auf jedem Kontinent übernachtet hat.
Indikativ Perfekt: Annas Sohn hat es immer gehasst, wenn ihn der Vermieter in Basel wegen jeder Kleinigkeit bemündelt hat, als wäre er noch nie allein gereist.
Indikativ Präteritum: Als Tim in Ruanda ankam und kaum Swahili sprach, bemündelte ihn der Reiseleiter bei jeder Gelegenheit — bis Tim einfach selbst vorausging.
Indikativ Plusquamperfekt: Bevor der Deutschtrainer endlich seine erste eigene Reise nach Bali buchte, hatte ihn Anna so sehr bemündelt, dass er fast doch zu Hause geblieben wäre.
Indikativ Futur 1: Wenn Tim irgendwann in Kapstadt landet, wird ihn dort garantiert niemand bemündeln — und genau das liebt er an fremden Städten.
Indikativ Futur 2: Bis der Postkartensammler nach Jahrzehnten des Reisens endlich in Seattle sesshaft wird, wird Betty ihn gut ein dutzendmal bemündelt haben — und er wird es jedes Mal ertragen haben.
Konjunktiv I Präsens: Ein Schüler aus Buenos Aires berichtet seiner Familie, Tims Mutter Anna bemündele ihren Sohn bei jedem Anruf, als könnte er ohne sie keine Postkarte adressieren.
Konjunktiv I Perfekt: Betty erklärt im Foyer des Brandenbutt Hotels, sie habe ihren Urenkel nie wirklich bemündelt — sie habe ihn lediglich »sanft beraten«.
Konjunktiv I Futur 1: Die Schülerin aus Sydney schreibt in ihr Tagebuch, ihre neue Berliner Brieffreundin werde Tim bei seinem nächsten Besuch wieder genauso bemündeln wie beim letzten.
Konjunktiv I Futur 2: Ein Mitreisender im Schwarzwald vermutet, Anna werde ihren Sohn bis zur Rückkehr aus Tibet schon dreimal telefonisch bemündelt haben — mindestens.
Konjunktiv II Präteritum: Wenn Lara noch mit dem Influencer zusammen wäre, würde sie ihn spätestens beim Karneval in Rio gründlich bemündeln, damit er bloß keine Postkarte vergisst.
Konjunktiv II Plusquamperfekt: Hätte der Barista im Café an der Ecke Tim nicht schon beim ersten Matcha Latte bemündelt und gesagt, er solle doch mal früher schlafen gehen, hätte er das nie so schnell vergessen.
Konjunktiv II Futur 1: Ohne Bettys diskrete Großzügigkeit würde Tim es wohl kaum ertragen, wenn ihn Fremde am Strand von Bali für seine Tollpatschigkeit bei Frauen bemündeln würden.
Konjunktiv II Futur 2: Wäre der Deutschcoach je in Basel geblieben, würde ihn der Vermieter dort bis heute täglich bemündelt haben — und er wäre womöglich doch noch nach Berlin geflohen.
Imperativ Präsens: »Bemündelt mich bitte nicht wegen jedes verpassten Flugs«, schreibt die Nachteule mit dem Matcha Latte um halb zwei morgens in die Gruppen-Chat der Sprachschule.
Partizip Perfekt: Von Anna und Betty abwechselnd bemündelt, hat der Weltbürger aus Berlin eines gelernt: Liebevolle Bevormundung klingt zwar anders, fühlt sich aber genauso an.
Partizip Präsens: Ihn sanft bemündelnd, schickt Betty ihrem Urenkel jede Woche eine Sprachnachricht mit dem Hinweis, er möge doch endlich mal einen Wintermantel für St. Moritz kaufen.
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